Monatsarchiv für September 2008

Sep 24 2008

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Im Jägerlehrgang verschlafen? Wie Berlin mit wachsenden Wildbeständen umgeht!

Abgelegt unter Diary, Jagd

Bekanntermaßen sind in Berlin Wildtiere auf dem Vormarsch. Waschbären im Norden, Wildschweinplage in fast allen Aussenbezirken und Füchse und Marder überall in der Stadt. Eben das Übliche. Dem steht eine Jagd- und Schonzeitenverordnung des Berliner Senats gegenüber, die im Frühjahr vom VG Berlin gekippt worden war.

Vor ein paar Tagen hatte gerade Spiegel-Online vergleichsweise neutral für Nicht-Jagd-Medien über die Berliner Wildschweinplage berichtet, die vor allem Kleingärtner und Grundeigentümer in die Verzweifelung treibt. Alle möglichen Ursachen für die überproportionale Entwicklung der Schwarzwildbestände in Berliner Wäldern wurden genannt und sogar auf die Einrichtung der “Berliner Stadtjäger” hingewiesen.

Zunächst war es einmal erfreulich, in allgemeinen Medien einen “derartig jagdfreundlichen” Bericht vorzufinden. Ob der Klimawandel sein Quäntchen dazu beiträgt, wenn es um die Bestandszuwächse geht, mag dahingestellt sein. Dass der Wegfall der Mauer die Zuwanderung von Brandenburg nach Westberlin vereinfacht hat und das Nahrungsangebot für Wildschweine in Berlin spitzenmäßig ist, kann außer Frage gestellt sein.

Dass die Einzelbejagung von Schwarzwild hier kaum etwas ausrichten kann, ist ebenfalls klar. Dass das Vorhandensein der Stadtjäger nicht zum Erfolg gegen die Schweineplage führt, wird erwähnt, aber nicht weiter verfolgt.
Dass Berlin ganz überwiegend befriedeter Bezirk ist, in dem die Jagd nicht ausgeübt werden darf, liegt auf der Hand und macht den Stadtjägern das Leben nicht gerade einfach.

In dem Bericht fehlt aber vollkommen, dass auch in den Berliner Forsten kein dem ländlichen Raum entsprechender Jagddruck erzeugt und ausgeübt werden kann und wird.
Kann man sich freilich um Prozentpunkte streiten, ob das richtig ist, hatten wir jedenfalls im Jägerlehrgang gelernt, dass ein Abschuss von 80 % der Frischlinge eines Jahrgangs erforderlich sei, um die Population stabil zu halten. Selbst wenn 2006/2007 gut 1200 Schweine incl. Fallwild auf der Strecke lagen und 2007/2008 deutlich mehr von knapp 2100 Stück, wird man davon ausgehen müssen, dass das nicht annäherungsweise die 80% Frischlinge des Jahrgangs waren, wenn sich in den Berliner Forsten 10.000 Wildschweine tummeln sollen.

Hübsch fand ich an dem Artikel auch noch die Ausführung, man dürfe keine Leitbachen schießen, da die für die Erziehung des Nachwuchses zuständig sei.
Das wäre mir neu! Die Leitbachen sind vielmehr für die Rauschsynchronisation von entscheidender Bedeutung. Schießt man die Leitbache, werden die anderen Bachen jener Rotte nicht mehr relativ festgelegt rauschig sondern “bestenfalls” häufiger als mit Leitbache.
Das hat zur Folge, dass es zum einen mehr Frischlinge gibt und diese nicht mehr zu erwartbaren Zeiten das Licht der Welt erblicken. Das wiederum erschwert die Jagd, da führende Bachen geschont sind. Damit wird die Jagd ohnehin schon schwieriger, die Ansprache fast unmöglich, wenn zu jeder Jahreszeit führende Bachen auftauchen können. => Es können noch weniger Schweine geschossen werden.

Da mit solchen Argumenten und überhaupt scheinbar niemand gewillt ist, sich wirklich wirkungsvoll der Wildscheinplage entgegenzustellen - jedenfalls der Berliner Senat geriert sich kaum jagdfreundlich - meinte ich, es könne nichts schaden, auch mal nachzusehen, wie man denn dort mit dem Staupebefall bei Berliner Füchsen umgehen wolle.

Gut, für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr.
Ungeimpfte Hunde solle man an der Leine führen und Wildkontakt vermeiden und geimpfte Hunde würden ja nicht angesteckt.
Scheint ja alles schön und richtig: Mensch und Lumpi werden nicht krank! Das ist ja mal die Hauptsache. Dass sich andere Füchse, Marder und Waschbären anstecken könnten, scheint ohne Bedeutung oder könnte ja u.U. auch zur Problemlösung beitragen.

Was mir allerdings neu war: “Auch die Bejagung ist keine nachhaltig wirkende Methode, um die Tiere aus dem Stadtgebiet zu verdrängen. Im Gegenteil, denn ein Verlust der Tiere wie beispielweise Füchse und Waschbären führt zu immer größeren Nachwuchsraten bei anhaltend guten Nahrungsbedingungen.”

Ich ging bislang davon aus, dass zwar das Nahrungsangebot durchaus einen immensen Einfluss auf die Vermehrungsquoten nimmt, aber ein ausreichend hoher Jagddruck die Attraktivität eines bestimmten Gebietes nachhaltig stören würde.
Mag sein, dass ich ausgerechnet hier im Jagdlehrgang geschlafen habe, aber von einer positiven Korrelation zwischen Jagddruck und Nachwuchsquote habe ich noch nie gehört. Dann müßten ja alle Wildtiere und Wildtierarten zu Hauf in allen Gebieten der Welt, wo sie ausreichend Nahrung finden, vorhanden sein und wäre eines der Hauptargument der Jagdgegner, die Jagd würde Arten aussterben lassen, widerlegt.

Alles Trarah um Kormorane, Birk- und Auerwild, Rotwild etc. wäre jedenfalls bezogen auf die Jagd nicht mehr erklärbar. Ja überhaupt wäre dann die senatseigene Jagd- und Schonzeiten-Verordnung nicht nur rechtlich sondern überhaupt totaler Nonsens.

Es gehört schon verdammt viel dazu, einerseits die Jagd mit dem Argument Artenschutz verbieten zu wollen und auf der anderen Seite die Bejagung nicht gefährdeter Arten abzulehnen, da diese die Nachwuchsquote erhöhen würde.

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Sep 19 2008

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Nochmal BKA-Gesetz und Expertenanhörung

Abgelegt unter Der starke Staat, Diary, Juristerei

Heute morgen hat mich fast der Schlag getroffen, als ich den Satz lesen musste:
“Experten halten BKA-Gesetz größtenteils für verfassungsgemäß, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 15.09.2008, becklink 266411″
Leider kann ich diese Meldung selbst nicht lesen, aber nach sorgfältiger Lektüre aller Stellungnahmen und allen anderen Informationen, möchte ich dem doch entschieden widersprechen.
Ich habe die Diskussionsrunde mit einigen “einschlägigen Expertenaussagen” eröffnet.
So besteht immerhin Hoffnung, dass sich nicht nur die für den 15.9.2008 geladenen Experten zu Wort melden.

Übrigens kann man sich die ganze Expertenanhörung auch als Live-Aufnahme ansehen. (MODEM oder DSL)
Pausengespräche sind hiervon leider nicht umfasst.

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Sep 16 2008

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BKA-Chef fordert Befugnis zum heimlichen Betreten der Wohnung

Abgelegt unter Der starke Staat, Diary, Juristerei

“Wir brauchen verdeckte Einbrüche, damit wir sicher sind, den richtigen Rechner zu erwischen!”
Nur die Forderung nach einem heimlichen Zutrittsrecht - DEM EINBRUCH - ist etwas Neues.
Andererseits wurde nun fast zwei Jahre behauptet, der Bundestrojaner könne ohne weiteres online implementiert werden.

Aber irgendwie ist das schon lustig!
Letzten Endes bedeutet das, dass fast zwei Jahre über eine Ermittlungsmethode gestritten, diskutiert und fabuliert wurde, ja sogar das BVerfG hiermit befasst wurde, die eben doch nicht zur Erreichung des angestrebten Zwecks geeignet ist und damit unverhältnismäßig wäre.
Dennoch hält man tapfer daran fest, die Online-Durchsuchung einzuführen.
Soll das alles so einfach sein, dass man nun - mir nichts dir nichts - eine Grundkoordinate der umstrittenen Befugnis - die Infiltrationsart der Online-Durchsuchung - verändern kann oder soll. EINBRUCH! STAATLICHER EINBRUCH! STAATLICHER EINBRUCH zur Vorbereitung des STAATLICHEN HACKINGS!

Feststeht jetzt schon, dass neben dem Eingriff in die Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme durch die Online-Durchsuchung für ein heimliches Betreten der Wohnung des Betroffenen zur Infiltration ein Eingriff in die Unverletztlichkeit der Wohnung hinzutreten würde. (BVerfG 1 BvR 370/07, 1 BvR 595/07 v. 27.2.2007 Rn. 193)

Darüber, ob ein Eingriff durch die Schranken des Art. 13 GG gerechtfertigt werden könnte, beginnen sich nun die Experten zu streiten. Auch diejenigen, die gestern im Innenausschuss des Bundestages zum BKAG angehört wurden.

Die Professoren Heckmann (S. 25 ff.) und Möstl (S.7 ff.) halten das für möglich. Uneins sind sie darüber durch welche Schranke. Die anderen Juristen schwiegen hierzu jedenfalls in ihrer schriftlichen, vorab vom Bundestag veröffentlichten Stellungnahme. Auf Bundesebene hatte sich ja auch die große Koalition darauf verständigt gehabt, dass die Online-Durchsuchung ohne physischen Zugriff vorgenommen werden sollte.

Vielleicht sollte der Gesetzgeber - also alle unsere gewählten Volksvertreter - sich die Mühe machen, ihre diesbezüglichen Kenntnisse soweit aufzufrischen, dass sie in der Beurteilung von Tauglichkeit und Notwendigkeit diverser Befugnisse nicht blind auf das einzige diesbezügliche Urteil des BKA-Chefs vertrauen müssen.

Ein sehr lebhafter aber etwas schnoddriger Bericht über die Expertenanhörung im Bundestag kommt aus dem Dunstkreis des CCC. (15.9.2008)

Ansonsten brachte die Anhörung im Innenausschuss des Bundestags über die Novelle des BKA-Gesetzes (BKAG-E) auf den ersten Blick nichts Neues - die geladenen Experten ließen an dem Entwurf kein gutes Haar. Auch Lobby-Gruppen wie der Deutsche Anwaltverein und die Bundesrechtsanwaltskammer halten Teile des geplantes Gesetzes für verfassungswidrig. Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum stellte im Vorfeld dem Gesetzgeber ein “politisches Armutszeugnis” aus, da “über die Zweckmäßigkeit und politische Klugheit eines Gesetzes nicht mehr diskutiert” werde - eine erneute Klage beim Bundesverfassungsgericht mit Ansage…… (”Des Zierckes neue Gesetz”, Telepolis 16.9.08 von Burkhard und Claudia Schröder)

Interessant, die Aussagen der Experten zusammenfassend und jede Menge Links zu Reaktionen auf ravenhorst

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Sep 07 2008

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Ajax nach der Entenjagd

Abgelegt unter Diary, Hunde, Jagd

Teichlandschaft
Dass Ajax die Schiesserei nicht juckt, wie sich das für einen Jagdhund gehört, war schon berichtet worden und bestätigte sich gestern, als wir gegen 10.00 Uhr am Ort des Geschehens eintrafen.
Da es jedoch Ziel war, die Lektion “Apport” fortzusetzen und das in aller Ruhe geschehen zu lassen, kamen wir erst um 10.00h an, was Ajax vor allem einmal Wartezeit im Auto ersparte.

Ajax Aufgabe sollte es nun sein, an zwei Stellen im Schilf die dort verbliebenen Enten zu apportieren.
Von sich aus und auf nunmehr bekannte Befehle hin, wusste Ajax allerdings, wie ich schon andeutete, noch nicht wirklich, was zu tun war.
Ein Anschauungsexemplar wurde zunächst auch erstmal nur kurz beschnüffelt und ansonsten links liegen gelassen; außerdem war Ajax angesichts der anderen Hunde und Jäger zunächst sehr aufgeregt und - man höre und staune - relativ unsicher.

Erst als die anderen in Richtung Auto wanderten, kehrte ein bisschen Ruhe ein und Ajax begann sich auf mich zu konzentrieren.
Ajax sucht
Als erster Schritt machte ich Ajax erstmal das Anschauungsexemplar auf der Wiese interessant, bis er es zuverlässig brachte und wusste, was er suchen soll.
Dann landete die Ente im Schilfgürtel, damit er wusste, wo er suchen soll. im SchilfErst als er dorthin freiwillig ging und sich ein bisschen zu sehr auf unser Versuchsobjekt eingeschossen hatte, verschwand selbiges im Kofferraum und dann rein in den Schilfgürtel, erst auf der einen dann auf der anderen Seite des Sees.

Ajax im Schilf Leider musste ich nun immer inzwischen in Gummistiefeln noch ein Stück mit ins Schilf, denn wenn ich das nicht tat, kehrte das kluge Tölchen immer wieder zum Auto zurück, da dort ja das Anschauungsexemplar lag.
Nach einer guten Stunde hatte Ajax drei Enten gefunden und gebracht. Da mir jedoch nicht gesagt worden war, wieviele Enten zu suchen waren, suchten wir weiter, weiter und weiter.
Bis 15.00 Uhr hatten wir wirklich jeden Zoll der angezeigten Schilfbereiche durchkämmt, leider ohne weiteren Erfolg. Wir hatten zwischendurch immer wieder das Bringen des Anschauungsexemplars geübt, waren spazieren gegangen und Ajax bis zur Mitte des Sees geschwommen. Spazieren Vorstehen Schwimmen Ajax begann dann irgendwann Unsinn zu machen Ajax macht Unsinn und lief immer wieder zum Auto, in dem er ja die gefundenen Enten wusste. Ich war selten so eingedreckt und teilweise nass, wie an diesem Tag. Zum Glück war es warm und sonnig.

Als die anderen zurückkamen, verteidigte Ajax erstmal seine Funde, indem er sich bellend vor den inzwischen offenen Kofferraum stellte. Ich erfuhr dann, dass wir offenbar alle noch vermissten Enten gefunden hatten und Ajax reagierte mit Freude auf die positive Stimmung und begrüßte alle.Ajax mit Ente

Nachdem er noch kurz mit seiner kleinsten Schwester durch Wiesen und Schilf getollt war, ging es heimwärts. Ajax schlief sofort ein. Zuhause legte er sich in die Küche zur Ente und schlief weiter.Ajax schläft neben der Ente

Weiß ich wohl, dass dieses Vorgehen allen geschriebenen Grundsätzen in der Literatur widerspricht, sei deshalb noch ergänzt: Nun kann die Apportausbildung schulbuchmäßig angegangen werden. Heute morgen griff Ajax zum ersten Mal bei Befehl “Apport” den Dummy und trug ihn bis der Befehl “Gib ab” kam. Mit Dummy im Maul wurde an der Leine, Bei Fuss, Sitz und Platz gemacht. Ich glaube, so darf es weitergehen. Sitz mit Dummy

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Sep 07 2008

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Ajax und das Apportieren

Abgelegt unter Diary, Hunde

Trotz aller Versuche Ajax Dummies oder leichten Holzblöcke nahezubringen, ist es mir nicht gelungen mit Ajax den häufig beschriebenen ersten Schritt bei der Apportausbildung zu erzielen.
Zum ersten Mal ging Ajax in die totale Verweigerungshaltung. Gelang es noch per Lefzendruck dem Hund den Dummy ins Maul zu legen, lies er diesen sofort fallen, sobald ich nicht mehr von unten gegenhielt. Zwanzig bis dreißig Versuche, immer dasselbe Ergebnis!
Ajax

Ich musste den Züchter zur Hilfe bitten. Der teilte mir zunächst zu meiner Beruhigung mit, dass auch Ajax Geschwister teilweise Dummy und Apportel ablehnen. Ich solle ins Brandenburgische kommen und wir würden das schon hinkriegen.

Gesagt, getan: Am Donnerstag waren wir beim Züchter südlich von Beeskow an der Spree.

Als erstes sah nun Ajax zum ersten Mal nach fast einem Jahr seine Mutter und den Zwinger wieder, in dem er die ersten 10 Wochen seines Lebens verbracht hatte. Er erkannte alles gleich und fiepte mit seiner Mutter um die Wette. Erstaunt war ich darüber, wie zierlich seine Mutter ist. Es war mir wahrscheinlich deshalb gar nicht so aufgefallen, weil Ajax im Oktober letzten Jahres ja noch so klein war. Seine Größe hat er offenkundig von seinem Vater. Mit 63 cm Schulterhöhe überragt er seine Mutter deutlich.

Dann verbrachte ich erstmal noch eine gute Stunde alleine an einem Damm zwischen zwei Fischteichen. Ajax hatte seine helle Freude! Als er dort über die Wiesen rannte, im Schilf und in die Teiche sprang, war seine Freude unübersehbar.
Erkundung der Gegend
Alles wurde genau erkundet und es dauerte nicht lange bis er aus dem Schilf die Reste eines Fuchsbalgs älteren Datums anbrachte. Mit der Nutzung seiner Nase kommt er offenkundig klar und kann suchen. Keine Minute nach dem Aussteigen hatte er auch wunderschön vorgestanden. Und die Enten auf dem Wasser wurden in Ruhe gelassen.

Seltsam war dann seine Reaktion als der Züchter kam. Ajax bellte ihn an und versteckte sich hinter mir. Eigentlich bellt er nur auf „Gib laut“ oder wenn etwas außerordentlich unordentlich ist. Das mutet manchmal reichlich lustig an, wenn er offene Motorhauben, die wenigen Kutschen in Berlin Neukölln – aber diese gibt es tatsächlich – oder das Schaufenster eines Brautmodengeschäfts anbellt.
Beim Züchter können wir nur vermuten, was Ajax hatte: Vielleicht war es die Stattlichkeit des Züchters oder die umgehängte Flinte.
Nachdem Ajax den ins Wasser geworfenen Fuchsbalg vollkommen zuverlässig ohne zu zögern gebracht hatte, fuhren wir zu einem anderen Damm zwischen zwei weiteren Fischteichen – etwas größere – etwas abseits der Strasse.

Nun sollte also für Ajax der Ernst des Lebens beginnen:

Prüfung 1:
Schussfestigkeit: Als endlich einmal Federvieh über uns einflog – Nachmittags ist hierfür nicht die beste Zeit – und die ersten Schüsse 5m neben uns abgegeben wurden, zuckte Ajax nicht mit der Wimper und blieb ruhig neben mir liegen.
Das Federvieh fiel und lag dann etwa 15 m vom Ufer entfernt auf dem Wasser.

Prüfung 2:
Wie kriegt man den Hund durch den hier zum Glück nur schmalen Schilfgürtel ins Wasser. Eigentlich geht Ajax mit und ohne Anreiz sofort ins Wasser, aber durch den Schilfgürtel? Ajax Einsicht war zunächst gering und wir mussten tricksen. Dem geworfenen Stöckchen sprang er sofort hinterher. Das hatte allerdings den Nachteil, dass er es bringen konnte, was er auch sofort tat. Also flogen nun Steine und Ajax war im Wasser und hatte nichts zum Bringen. So lotsten wir ihn langsam aber sicher zum Gegenstand unserer Begierde, der aber nicht sein Gegenstand der Begierde war. Jedem ins Wasser fallenden Stein folgte der Hund. Zweimal war er dran, griff es aber nicht.

Prüfung 3:
Nachdem er ca. 30 Mal herumgeschwommen war, griff er endlich und brachte. Zunächst erstmal nur ins Schilf, dann aber auch zu uns.
Ajax mit Beute

Egal wohin wir nun den Flieger warfen oder ihn versteckten, ob ins Wasser, hinter uns oder im Schilf, Ajax suchte, fand und brachte.
Ajax im Schilf kaum zu erkennen

Für den ersten Versuch und Anlauf können Ajax und ich wohl zufrieden sein:
Grundsätzlich sucht, holt und bringt er. Was Ajax, glaube ich, noch nicht wirklich verstanden hat, bleibt etwas ihm vollkommen Unbekanntes zu holen oder überhaupt zu greifen, das nicht besonders intensiv riecht, wie frisch geschossenes Federvieh auf dem Wasser. Aber aller Anfang ist schwer.
Interessant aber, dass er am nächsten Morgen und Nachmittag von sich aus bereit war, den Dummy zu greifen und zu tragen, was er bisher vollkommen verweigert hatte.

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