Archiv für das Tag 'Apport'

Jan 12 2009

Profile Image of admin
admin

Wintereindrücke aus dem Oderbruch

Abgelegt unter Diary, Hunde, Reiseberichte

Nachts rauscht das Thermometer weit in den Keller. Tagsüber aber funkelt die weiße Pracht in der Sonne!
Auch wenn die tägliche Arbeit Ajax manchmal zu schaffen macht. Am Schnee hat er seine helle Freude.

Felder im Winter
In weißer Pracht liegen die Felder der Oder-Niederung vor uns. Die Entwässerungskanäle sind bei Nachttemparaturen von Minus 20 Grad längst zugefroren. Die Landschaft einer Schneekönigin.

Falkenberg/Mark
Hinter uns, in die tief verschneiten Hänge des Oderbruchs eingebettet, liegt Falkenberg, das schon Theodor Fontane kannte und das in der Kaiserzeit als Luftkurort den Berlinern als “Sommerfrische” diente. Der baufällige gewordene Bahnhof, abseits der Ortschaft, läßt erahnen, welche Zeiten und welchen Zulauf Falkenberg gehabt haben muss.

hinter dem Bahnhof
Gleich hinter dem Bahnhof beginnt endlose Landschaft. Nur noch dieses “Gartenhäuschen” und das Haus der Reichsbahnbediensteten und dann nach Norden, Osten und Süden nur noch Felder, Weiden und Wiesen, soweit das Auge reicht.

Ajax klaut fremde Futternäpfe
Kaum vor die Haustüre getreten, durch den Schnee gestürmt, einmal ausgebüchst, hat sich Ajax Nachbars Futternapf bemächtigt. Dass das Katzenfutter bei den Temparaturen festgefroren ist, stört ihn nicht. Hauptsache Beute gemacht!

Futternapf wurde abgenommen, Ajax ist beleidigt
Gering ist Ajax Einsicht, seine Beute herzugeben. Typisch Deutsch-Drahthaar, man ist stur und dickköpfig und kaum etwas geschieht ohne Widerstand. Im Endeffekt ist der Widerstand jedoch beim Drillsergeant vergebene Liebesmüh. Es wird gearbeitet! Nach einem km in Richtung Hohenfinow am Gleiskörper entlang, wenden wir uns den Hängen des Oderbruchs zu.

in Richtung Oderhänge
Noch ist alles ein zähes Mühsal: Leinenführigkeit, Bei Fuss, mit und ohne Dummy, Apport, Apport und nochmal Apport.

Ajax mit Dummy im Fang
“Überhaupt können einem da schon einmal die Sicherungen durchbrennen, wenn einem der Dummy in den Fang gestopft wird, dann soll man ihn wieder abgeben, dann wird er einem zwei Meter weiter wieder vor die Füße geschmissen. Aber wehe, man beschließt, dass das alles eine blöde Idee ist und spuckt den Dummy wieder aus …..”

Oben an der Bruchkante angekommen
Nach einer kurzen Diskussion zwischen Hund und Drillsergeant über die Notwendigkeit des Apports und die Besonderheiten der Gegend, speziell der massenhaft vorhandenen, sehr interessanten Wildfährten - Ajax hat schließlich schon ein Frauchen, ein Haus und ein Auto, ist bestens erzogen, er braucht noch nicht einmal in die Hundeschule, sondern hat sogar einen eigenen Drillsergeant - wird der Weg doch noch einvernehmlich fortgesetzt.

Es beginnt bereits zu dämmern, als wir nach einem zwei-Stunden-Marsch wieder am wärmenden Ofen sitzen.

Ein Kommentar

Sep 07 2008

Profile Image of admin
admin

Ajax und das Apportieren

Abgelegt unter Diary, Hunde

Trotz aller Versuche Ajax Dummies oder leichten Holzblöcke nahezubringen, ist es mir nicht gelungen mit Ajax den häufig beschriebenen ersten Schritt bei der Apportausbildung zu erzielen.
Zum ersten Mal ging Ajax in die totale Verweigerungshaltung. Gelang es noch per Lefzendruck dem Hund den Dummy ins Maul zu legen, lies er diesen sofort fallen, sobald ich nicht mehr von unten gegenhielt. Zwanzig bis dreißig Versuche, immer dasselbe Ergebnis!
Ajax

Ich musste den Züchter zur Hilfe bitten. Der teilte mir zunächst zu meiner Beruhigung mit, dass auch Ajax Geschwister teilweise Dummy und Apportel ablehnen. Ich solle ins Brandenburgische kommen und wir würden das schon hinkriegen.

Gesagt, getan: Am Donnerstag waren wir beim Züchter südlich von Beeskow an der Spree.

Als erstes sah nun Ajax zum ersten Mal nach fast einem Jahr seine Mutter und den Zwinger wieder, in dem er die ersten 10 Wochen seines Lebens verbracht hatte. Er erkannte alles gleich und fiepte mit seiner Mutter um die Wette. Erstaunt war ich darüber, wie zierlich seine Mutter ist. Es war mir wahrscheinlich deshalb gar nicht so aufgefallen, weil Ajax im Oktober letzten Jahres ja noch so klein war. Seine Größe hat er offenkundig von seinem Vater. Mit 63 cm Schulterhöhe überragt er seine Mutter deutlich.

Dann verbrachte ich erstmal noch eine gute Stunde alleine an einem Damm zwischen zwei Fischteichen. Ajax hatte seine helle Freude! Als er dort über die Wiesen rannte, im Schilf und in die Teiche sprang, war seine Freude unübersehbar.
Erkundung der Gegend
Alles wurde genau erkundet und es dauerte nicht lange bis er aus dem Schilf die Reste eines Fuchsbalgs älteren Datums anbrachte. Mit der Nutzung seiner Nase kommt er offenkundig klar und kann suchen. Keine Minute nach dem Aussteigen hatte er auch wunderschön vorgestanden. Und die Enten auf dem Wasser wurden in Ruhe gelassen.

Seltsam war dann seine Reaktion als der Züchter kam. Ajax bellte ihn an und versteckte sich hinter mir. Eigentlich bellt er nur auf „Gib laut“ oder wenn etwas außerordentlich unordentlich ist. Das mutet manchmal reichlich lustig an, wenn er offene Motorhauben, die wenigen Kutschen in Berlin Neukölln – aber diese gibt es tatsächlich – oder das Schaufenster eines Brautmodengeschäfts anbellt.
Beim Züchter können wir nur vermuten, was Ajax hatte: Vielleicht war es die Stattlichkeit des Züchters oder die umgehängte Flinte.
Nachdem Ajax den ins Wasser geworfenen Fuchsbalg vollkommen zuverlässig ohne zu zögern gebracht hatte, fuhren wir zu einem anderen Damm zwischen zwei weiteren Fischteichen – etwas größere – etwas abseits der Strasse.

Nun sollte also für Ajax der Ernst des Lebens beginnen:

Prüfung 1:
Schussfestigkeit: Als endlich einmal Federvieh über uns einflog – Nachmittags ist hierfür nicht die beste Zeit – und die ersten Schüsse 5m neben uns abgegeben wurden, zuckte Ajax nicht mit der Wimper und blieb ruhig neben mir liegen.
Das Federvieh fiel und lag dann etwa 15 m vom Ufer entfernt auf dem Wasser.

Prüfung 2:
Wie kriegt man den Hund durch den hier zum Glück nur schmalen Schilfgürtel ins Wasser. Eigentlich geht Ajax mit und ohne Anreiz sofort ins Wasser, aber durch den Schilfgürtel? Ajax Einsicht war zunächst gering und wir mussten tricksen. Dem geworfenen Stöckchen sprang er sofort hinterher. Das hatte allerdings den Nachteil, dass er es bringen konnte, was er auch sofort tat. Also flogen nun Steine und Ajax war im Wasser und hatte nichts zum Bringen. So lotsten wir ihn langsam aber sicher zum Gegenstand unserer Begierde, der aber nicht sein Gegenstand der Begierde war. Jedem ins Wasser fallenden Stein folgte der Hund. Zweimal war er dran, griff es aber nicht.

Prüfung 3:
Nachdem er ca. 30 Mal herumgeschwommen war, griff er endlich und brachte. Zunächst erstmal nur ins Schilf, dann aber auch zu uns.
Ajax mit Beute

Egal wohin wir nun den Flieger warfen oder ihn versteckten, ob ins Wasser, hinter uns oder im Schilf, Ajax suchte, fand und brachte.
Ajax im Schilf kaum zu erkennen

Für den ersten Versuch und Anlauf können Ajax und ich wohl zufrieden sein:
Grundsätzlich sucht, holt und bringt er. Was Ajax, glaube ich, noch nicht wirklich verstanden hat, bleibt etwas ihm vollkommen Unbekanntes zu holen oder überhaupt zu greifen, das nicht besonders intensiv riecht, wie frisch geschossenes Federvieh auf dem Wasser. Aber aller Anfang ist schwer.
Interessant aber, dass er am nächsten Morgen und Nachmittag von sich aus bereit war, den Dummy zu greifen und zu tragen, was er bisher vollkommen verweigert hatte.

Ein Kommentar