Archiv für das Tag 'Hundeausbildung'

Feb 02 2009

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Ajax vom Teufelslauch: In neuer Umgebung

Abgelegt unter Diary, Hunde

Es war bereits zu erahnen: Ajax vom Teufelslauch ist umgezogen. Seine täglichen Streifzüge und Arbeitsrunden führen ihn durch Schorfheide, die Hänge des Oderbruchs oder jenen von Carl von Jena angelegten und spätestens seit Theodor Fontane bekannten Cöthener Park, bei dem man nicht genau weiß, ob Wald oder Park zuerst da waren.

Auf Streifzug durch den Cöthener Park
Beim Streifzug durch den Cöthener Park

Vor einigen Tagen war an anderer Stelle Bedauern kund getan worden, dass dort nicht mehr mit aktuellen Bildern von Ajax zu rechnen sei. Um nicht den Eindruck zu vermitteln, dass Ajax aus der Welt sei, sehe ich mich deshalb bemüßigt, an dieser Stelle und jetzt auf Ajax Werdegang einzugehen und daraufhinzuweisen, dass Ajax auch fortan immer wieder in diesem Blog hier zu sehen sein wird.

In der Schorfheide
Hochsitze in der Schorfheide

Tatsache ist zunächst, dass Ajax sich nicht mehr wie hunderte und tausende andere Berliner Hunde täglich an Berlins größtem Hundeklo, dem Grunewaldsee, auf Grünflächen, auf denen eigentlich Leinenzwang besteht, wie Kreuzberg und Königsheide, oder in den so genannten Berliner “Hundeauslaufgebieten” tummeln muss.
Für einen ausgesprochenen Jagdhund, wie es Ajax als Deutsch-Drahthaar ist, kann man seine neue Umgebung nur als Traum bezeichnen:

Ajax beim Morgenansitz
Ajax beim morgendlichen Ansitz

Er ist und bleibt ein Wohnungshund und ist auch auf dem Lande nicht in einen Zwinger gezogen.
Mit dem Morgengrauen kann er allerdings seinen Hochsitz zum Morgenansitz besteigen. Hiermit ist ein Sessel gemeint, der ihm den Blick aus dem Fenster und damit aufs freie Feld ermöglicht. Stunden sitzt er teilweise dort und seine Geduld wird in aller Regel nicht stärker oder weniger in Anspruch genommen als die des Jägers. Rufen bei Ajax bereits Nachbars Katzen großes Entzücken hervor, die es sofort zu vermelden gilt, wurde Ajax Geduld vorgestern mit etwas belohnt, was eigentlich gar nicht sein konnte, weil Hunde nicht wirklich gut gucken können:
Zwanzig Meter vor ihm, aus der Böschung, aus den Sträuchern heraus sprang eine Ricke ab. Ajax schlug sofort an. Es war kaum zu glauben, dass er sie tatsächlich gesehen hatte, was selbst für Mensch kaum zu sehen war.

Langer Rede kurzer Sinn: Ajax hat ein neues Zuhause, in dessen Nachbarschaft nicht nur Katzen und andere Hunde wohnen, sondern auch die einschlägigen heimischen Wildtierarten - Fuchs, Reh und Hase - unmittelbar ums Haus spazieren.

Ajax beim Abwarten
Man muss auch mal Ruhe bewahren können, auch wenn 20 m vor einem ein Reh abspringt.

Ohne dass Ajax eine Wesensveränderung durchschritten hätte, ist er in den vergangenen Wochen ruhiger geworden. Das heißt nicht, dass er langweilig oder lethargisch geworden wäre. Er ist schlicht besser getaktet. Er hat jetzt einen Rhythmus im Tageslauf, der es ihm ermöglicht sich bei der Arbeit zu konzentrieren und zuhause auszuruhen. Er hampelt nicht mehr wie ein Flitzebogen gespannt in der Wohnung herum, ständig in Erwartung bespaßt zu werden, sondern guckt von seinem Hochsitz, schläft auf seinem Platz oder unter meinem Schreibtisch in dem sicheren Wissen, dass er morgens und mittags gefordert wird.

Morgens ist nach wie vor striktes Gehorsams- und Konzentrationstraining angesagt: Mag es noch so spannend sein, erstmal loszurasen, geht es im gemäßigten Tempo los zum örtlichen Kaufmann. Und was nun über Wochen mit großer Mühe und auf der ständigen Suche nach Ablenkung von statten ging, verläuft inzwischen ganz entspannt.

Ajax, APPORT
“Ajax, Apport”

Ajax Apport

Um die Mittagszeit geht es dann nur noch um Ajax! Und da bestehen hier eine Vielzahl von Möglichkeiten: Von Liepe in Richtung Chorin durch die Schorfheide mit jeder Menge Rotwild-Witterung, in Richtung Bad Freienwalde in den Hängen des Oderbruchs mit Schwarzwild, Rehwild in den Hängen Richtung Niederfinow oder zusätzlich Hase und Biber in der Oderniederung. Ajax kann jetzt endlich am Wild gearbeitet werden.

Bei der Feldarbeiten
Im Feld
Such voran!
“Such voran!”
Wieder abwartend
“Platz!”
Helle Freude bereitet seine Fährtenarbeit. Eigentlich gehört der Deutsch-Drahthaar noch zu den Vorstehhunden. Ajax arbeitet aber fast wie eine Bracke mit der Nase tief am Boden.
Nach einem Ausflug nach Bad Freienwalde vor ein paar Tagen sollte der Hund zumindest noch kurz unterhalb des Bismarckturms Bewegung bekommen, als er plötzlich sauber eine Fährte zu arbeiten begann. Kurze Zeit später fanden wir Anschuss und Aufbruch und dann trafen wir den Jäger mit stattlichem Keiler und Überläufer auf der Ladefläche seines Pick-Ups. Ajax war kaum noch zu bremsen.

Sogar an der “Gummi-Pirsch” hat Ajax seine Freude. Er sitzt auf der Rückbank des Autos und äugt und äugt und äugt. Wie gesagt er kann für einen Hund erstaunlich gut sehen und so entgehen auch ihm kaum die Rehsprünge, die hier überall in den Wiesen stehen.

Kurz und gut: Auch wenn es nicht unmöglich ist, einen Jagdhund in der Stadt zu halten, bedeutet es vor allem für seinen Menschen wesentlich mehr Mühe ihn zu beschäftigen, als wenn man die Wildnis direkt und unmittelbar vor der Türe hat.
Wenn Mensch nicht das sichere Wissen - unabhängig davon, ob man es in Anpruch nimmt, nehmen will oder kann - braucht, dass Kneipen, größere Menschenansammlungen und urbane Bebauung um die Ecke sind, damit man da auch jederzeit hingehen könnte, macht man es sich als Mensch mit Jagdhund einfacher, dort zu wohnen, wo man mit dem Hund nur vor die Türe zu gehen braucht.

Hiervon abgesehen ist es ausgesprochen angenehm, dass es hier jedenfalls auf die Einwohnerzahl gerechnet keineswegs weniger Hunde gibt als in Berlin, aber deutlich weniger Prekariatstölen und auch keine Unmengen “Weimis” aus “nichtjagdlicher Leistungszucht”. Das liegt nicht etwa daran, dass es den Leuten hier durchgängig gold ginge, aber die Hunde sind so etwas wie erzogen.
Es gibt durchaus eine Menge Kläffer und Ajax ganz spezieller Freund ist ein Boxer-Rüde - sie giften sich tatsächlich über die Straße hinweg an. Es gibt aber vor allem keine Hunde, die gemeinhin den Satzungen der Kommunen über gefährliche Hunderassen unterliegen, sprich nicht die üblichen Kampfhundrassen.
Die Qualifikation als “Prekariatstöle” erlangt ein solcher Hund, wenn sein Mensch aus Freude oder purer Unwissenheit notwendige Erziehungsmaßnahmen unterläßt und stattdessen fahrlässig Befehle, wie “Fass” beibringt.
Wenn man die überwiegend jungen Herren, in Kreuzberg und Neukölln, in Jogginghosen, über JobCenter-Taktiken diskutierend, erlebt…. Wenn man die Kampfhunde ohne Leine und Maulkorb erlebt, die die einfachsten und selbstverständlichsten Befehle nicht beherrschen, obwohl eine gewisse Mannschärfe, bei den Rassen nicht ganz unbekannt ist und hier offensichtlich nicht das Bewußtsein herrscht, dass ebendiese nur bei absolutem Appell zu handlen ist, ….
Ist die Bezeichnung zweifellos pauschalisierend und bestimmt die Ausnahme die Regel, lässt die Häufung dieser Hunde mit der entsprechenden Konditionierung und zugehörige Menschen mit gewisser Bildungsferne durchaus eine entsprechende Bezeichnung zu.

Es kann aber wohl kaum erstaunlich sein, wenn man ganz erleichtert ist, solchen Hunden nicht mehr regelmäßig zu begegnen, wie man auch nicht ganz unglücklich sein muss, wenn man seinen Hund ohne weiteres laufen lassen und arbeiten kann, ohne auf einen Mega-Zwinger mit jeder Menge aggressiver Tölen angewiesen zu sein, der in Berlin dann als Hundeauslaufgebiet bezeichnet wird. Einzige Ausnahme hiervon ist einfach der Grunewald.
Und da ich persönlich keine Kneipe um die Ecke benötige, in die ich jederzeit gehen könnte, ist nicht nur mein Hund mit seiner neuen Umgebung, sondern auch ich zufrieden.

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Nov 29 2008

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Hundeausbildung: Gehorsam und Selbständigkeit widersprechen sich nicht!

Für die Hundeausbildung, vor allem die des Jagdhundes, gibt es kein Patentrezept. Schon deshalb lässt sich nicht generell behaupten, dass Jäger ihre Hunde grundsätzlich zu hart ran nähmen oder die Hunde dann nicht “umweltverträglich” seien. Richtig ist indessen, dass der Jagdhund als guter Jagdhund zuverlässig sein muss und Esotherik oder anti-authoritäre Hundeerziehung solche Hunde sicher nicht hervorbringen.

Ajax Apport!
Ajax vom Teufelslauch

Es ist ein offenens Geheimnis: Über die optimale Jagdhund-Ausbildung kann man streiten. Einigkeit besteht darüber, was der jagdlich geführte Jagdhund nachher je nach Einsatzbereich können muss und was er nicht soll bzw. darf. Aber schon über die “Umweltverträglichkeit” des vierbeinigen Jagdgenossen kann man sich streiten:

In Stadt und/oder Wohnung bestehen andere Anforderungen als bei Zwingerhaltung auf dem Land.
Wird Mannschärfe gefördert oder soll sie soweit wie möglich unterbunden werden? Geht es nur darum, den Hund zu optimalen Prüfungsergebnissen zu bringen und nachher im jagdlichen Einsatz auf die Nachsuche zu spezialisieren - ansonsten soll der Hund im Auto warten - oder möchte man den Hund als ständigen Begleiter und Jagdgefährten im Revier? Und so weiter und sofort!

Die meisten dieser Fragen beantworten sich schnell aus den Lebensumständen: In der Stadt kann man angesichts der Reizüberflutung des Hundes durch Mensch und Stadt wenig mit einem Hund anfangen, der bei allem Neuen in helle Aufregung gerät und so viel Mannschärfe hat, dass er bei fremden Menschen gleich das Giften anfängt. Er muss verträglich sein.
Sollte hier die Frage kommen, was ein Jagdhund in der Stadt verloren hat: Natürlich kommt er in der Stadt nicht zum jagdlichen Einsatz. Umgekehrt schließt das Leben in der Stadt aber die Haltung eines Jagdhundes nicht aus, wenn nur ausreichend Gelegenheit besteht, aus der Stadt in den jagdlichen Einsatz zu kommen. Manchmal kann es für den Städter und seinen Stadthund einfacher sein, regelmäßig auf die Jagd zu gehen, als für denjenigen, der zwar mitten in seiner Jagd lebt, aber leider täglich pendeln muss. Und ob ein Hund mehr ausgelastet ist, den man einmal täglich aus dem Zwinger lässt oder der, der in der Stadt andauern gefordert ist. Auch darüber kann man streiten.
Das Stadtleben bietet damit bezogen auf die Ausbildung des Junghundes einen riesengroßen Vorteil: Man kommt nicht umhin, von Anfang an und auf Dauer daran zu arbeiten, dass der Hund in der Stadt mit Mensch, anderen Tieren und ständig neuen Reizen klar kommt. Und das gelingt nur, wenn der Hund lernt sich ständig am Hundeführer zu orientieren und gelassen Stresssituationen begegnet. Der Hund muss sofort auf den Hundeführer reagieren! Das Zauberwort heißt Gehorsam in jeder Lebenslage - in der Stadt, auf Feld und Wiesen und im Wald! . Und eigentlich entspricht das auch dem, was der Jäger - wo auch immer er lebt - sich bei seinem Jagdgefährten wünscht. Er will einen zuverlässigen Hund.

Seltsamerweise sehen offenkundig einige Jäger einen Widerspruch zwischen sauber und gefestigt gearbeitetem Gehorsam des Hundes und dessen Selbstständigkeit im jagdlichen Einsatz. Auf einen Widerspruch stößt man aber nur dann, wenn man unter “Gehorsam” das versteht, was den Jägern dann auch teilweise vorgeworfen wird: “Gehorsam” = mit roher Gewalt in kürzester Zeit eingeprügelte bedingungslose Unterwerfung = gebrochener Wille des Hundes.

Ajax Apport!

Und das ist gelinde ausgedrückt, genauso grober Unsinn wie der Irrglaube “Hundeerziehung leicht gemacht” oder die Erwartung ein anti-authoritär erzogener Hund würde situationsbedingt richtig auf Signale seines Frauchens reagieren. Der Hund wird es nicht tun, weil er es nicht kann! Er kann es nicht, weil er es nicht versteht! Sein Reizschema folgt der Übertragbarkeit erwünschten Verhaltens auf vergleichbare Situationen. Er wird dementsprechend niemals verstehen, dass er in vergleichbaren Situationen einmal so und das andere Mal so reagieren soll.
Seine Orientierungslosigkeit führt zwangsläufig in die Nicht-Kalkulierbarkeit seines Verhaltens. Das ist nicht nur unerwünscht sondern gefährlich. Genausowenig oder viel ist mit einem Hund anzufangen, der ängstlich an seinem Herrn klebt und diesem gebeugt, gebrochen, lethargisch - wie auch immer - hinterhertrottet.

Diese Polarisierung, es ginge nur das eine oder andere, scheint vor allem aus dem vollkommen verqueren und verklemmten - freilich moraltheologischen - Umgang mit Worten, wie Gehorsam und Zwang zu resultieren. Im Schülerduden “Die richtige Wortwahl” heißt es z.B. zu “gehorsam sein”: “sich jemandens Weisungen oder Befehlen gegenüber willig zeigen und ihnen bereitwillig nachkommen. Was soll das mit Gewalt zu tun haben? Im Gegenteil, hier kann man mit Gewalt mehr kaputt machen, als dass es helfen würde. Die bereitwillige Folge, das freiwillige Unterordnen, setzt das Vertrauen in die Stärke des Führenden voraus. Der Hund vertraut auf die Orientierung durch den Führenden. Und allein das entspricht dem Naturell, dem instinktiv vorgegebenen Verhalten des Hundes im Rudel.
Und bei dem, was bei der Jagdhundausbildung als sog. Zwangsapport geht es um nichts anderes als dem Hund beizubringen, dass er den Apportgegenstand auch dann zu bringen hat, wenn er dem Hund nicht genehm ist. Angesichts dessen, dass eine Reihe Hunde sich in größter Leidenschaft in Aas wälzen und “parfümieren” und nur wenig Probleme haben einen stinkenden Kadaver anzuschleppen, was Mensch regelmäßig eklig findet, relativiert sich der “Zwangsapport”, der zum Ziel hat, dass der Hund auch eine für ihn stinkenden Fuchs zuverlässig bringt, obwohl der Hund den Fuchs eben eklig findet. Macht man sich dann auch deutlich, dass der Hund als Abkömmling des Wolfes ein “Raubtier” ist, das töten könnte und kann, sollte man sich fragen, ob die Zimperlichkeit im Umgang mit Worten angebracht ist, nur weil man sich einig darüber ist, dass Gewalt bei der Erziehung heute nicht mehr gewünscht ist und wahrscheinlich nie erforderlich war.
Um einen gehorsamen, und damit willigen und zuverlässigen Hund zu bekommen, der auch Gegenstände apportiert, die er nicht mag, braucht man keine Gewalt. Man braucht Authorität, Geduld, Konsequenz, Zeit und Zuneigung. Dann und nur in diesem Fall, wird der Hund mir immer folgen und immer an mir Orientierung suchen: Dann ist er gehorsam und kann ich mich auf ihn verlassen.

Ein in diesem Sinne gehorsamer Hund ist auch in seiner selbständigen Arbeit nicht gehindert, sondern lediglich in der Lage neben seiner Jagdpassion zusätzlich noch Befehle wahrzunehmen und anzunehmen, um sie zu befolgen.

Über den Weg dorthin kann man sich dann wiederum streiten:

Als Erstlingsführer kann man sich unnötige Zeit dadurch ersparen, dass sich Mensch von Mensch erklären lässt, welche Kniffe es gibt. Es geht bei der Unterstützung durch einen Profi vor allem darum, dass dieser ein erfahreneres Auge für die Eigenarten des jeweiligen Hundes hat und aus seiner Erfahrung heraus, den Schritt vom erstmaligen und für den Hund neuen Befehl verkürzt, diesen Befehl richtig auszuführen.
Üben und festigen muss der Hundeführer mit seinem Hund selbst, was den riesengroßen Vorteil hat, dass der Hund nicht meint, was er beim Profi durch dessen Fähigkeit müsse - solche Nuancen entgehen dem Hund nicht - müsse er bei Herrchen oder Frauchen nicht.

Es ist unumgänglich, zum einem dem Hund ausreichend Zeit zu lassen, dass er die Signale und Befehle “blind” beherrscht. Zum anderen ist Zeit und Zusammenarbeit von Hund und Führer erforderlich, damit sich beide auf die Eigenarten des anderen einstellen können.

Als blutige Anfängerin - Ajax ist mein erster Hund -, die zwangsläufig aus mangelnder Erfahrung und Vergleichbarkeit noch nicht in der Lage ist, die Feinheiten des Wesens ihres Hundes zu erkennen, bin ich zunächst einmal bereit, auf die Erfahrung von Erfahreneren zurückzugreifen.
Mich und Ajax hatte die erste Übungseinheit in Albrechts Teerofen mit Stefan Fügner vom Lehrprinz e.V. vorangebracht. Es waren mir Kniffe und Übungen gezeigt worden, die ich so nie von mir aus gefunden hätte. Dann haben Ajax und ich das Gezeigte wochenlang allein in immer unterschiedlicher Umgebung geübt. Die positive Auswirkung der Orientierung von Ajax an mir hatte sich auf zwei Tagen Treib- bzw. Drückjagd in Brandenburg gezeigt.

Burg Rieneck
Burg Rieneck im Spessart
Letzte Woche gab es nun die nächste Übungseinheit im Spessart in Form eines mehrtägigen Seminars. Der Schwerpunkt lag immer noch beim Gehorsam von Ajax: Leinenführigkeit, Apport, Konzentration, Umgang mit Stresssituationen.

Ajax, Bei Fuß!
Bei starker Wildwitterung

Als entscheidend habe ich wahrgenommen, dass das Seminar auf meiner Zusammenarbeit mit Ajax basierte und Stefan Fügner in Beobachtung dieser Zusammenarbeit einwirkte, Tips gab und Ajax Eigenheiten berücksichtigen konnte, die ich als Erstlingsführerin gar nicht erkennen kann.
Ein solches Seminar vollbringt keine Wunder, aber verdeutlicht die Ansatzpunkte, an denen weitergearbeitet werden kann. Was wir im Einzelnen gemacht haben, ist im Jagdblog zu lesen.

Ajax Bei Fuß!
Fast perfekt, der schmale Pfad hilft.

Ich bin jetzt aber sicherer und kann auf Ajax Eigenheiten besser eingehen. Das halte ich für entscheidend, damit Ajax meine Authorität anerkennen kann.
Ajax und ich haben jetzt wiederum ein paar Wochen Zeit alles immerwieder und immerwieder zu üben und zu festigen.
Bislang konnte ich hiermit auf alle verpönten Zwangsmittel wie Stachelhalsung und Konsorten verzichten. Der Hund erhält die Möglichkeit zu kapieren, dass der Befehl immer gilt, weil er konsequent immer angewendet wird.
In ein paar Wochen kommt die nächste Einheit und dann nach Übungszeit noch eine, mit der wir in kleinen Schritten auf die Prüfungen hinarbeiten.

Sieht man von dem Zeitfaktor für Übung, Festigung und Seminare ab - die muss man sich schon nehmen - weißt dieser Weg gegenüber allen anderen Ausbildungsvorgehen nur Vorteile auf:
Esotherik/antiauthoritäre Erziehung: Einen gehorsamen Hund bekommt man damit nicht.
Hundeschule an einem festgelegten Ort: Der Hund begreift zu schnell, wo er ist, und knüpft seinen Gehorsam im Wesentlichen an örtliche Gegebenheiten. Außerdem kommt im Zweifelfalle der Einzelne in einer größeren Gruppe zu kurz.
Weggabe zur Ausbildung beim Profi: Es fehlt die Zusammenarbeit zwischen Hund und Führer. Außerdem ist zu wenig Zeit.
jagdlicher Standart: selbst erfahrene Jäger nehmen sich vielfach zu wenig Zeit, um den Gehorsam ausreichend zu festigen.

Nach Ajax Fortschritten in den letzten Wochen, seiner zunehmenden Ruhe und Gelassenheit, seiner steigenden Orientierung an mir glaube ich, auf dem richtigen Weg zu sein.

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Okt 26 2008

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In Berlin vom Alexanderplatz bis zum Halleschen Tor: 5 km Schocktherapie

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Üben reicht nicht immer aus. Manchmal muss der Hund auch an die Grenze seiner Belastbarkeit geführt werden, damit er eine entscheidende Hürde nehmen kann. Auch extremer Unruhe kann entgegengewirkt werden, indem man den Hund Situationen aussetzt, in denen er gleich mit allen Unruhefaktoren konfrontiert wird.

Ajax aufblickend
Sieht Ajax zu mir oder etwa dem ollen Fritz auf?

Ajax reagiert vor allem auf eine neue Umgebung stets mit extremer Unruhe. Es sieht fast so aus, als hätten wir in den vergangenen Wochen und Monaten noch nie gearbeitet. Was er noch morgens in der nahen Königsheide oder sonst im Grunewald schon tadellos bewerkstelligt, ist in einer fremden städtischen Umgebung wie weggeblasen. Er befolgt zwar alle Befehle, aber er schafft es in diesen Situationen nicht, auch nur zwei Meter “Bei Fuß” zu gehen. Ständig wird gezogen, dann stehengeblieben, dann dieser Baum oder jener Laternenpfahl. Ablegen und warten bis der Hund zur Ruhe kommt, half nicht. Selbst die sich zuziehende Würgehalsung kann ihn nicht daran hindern.

Um hier nur einen einzigen Punkt weiterzukommen, haben wir heute die Schocktherapie angefangen, damit es endlich vorangehen kann.
Weiter geht es hier.

Es war Schwerstarbeit!

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