Archiv für das Tag 'Lehrprinz'

Feb 02 2010

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Jägersilvester 2010

Abgelegt unter Diary, Jagd

Wenn die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht,
endet das Jagdjahr, ein neues beginnt:
Jägersilvester auf dem Lieper Vorwerk steht an.
Das Lieper Vorwerk liegt in den Hängen der Endmoräne,
am Südrand der Schorfheide und des gleichnamigen Biosphärenreservats.
Vom Dorf aus ist das Vorwerk unsichtbar.
Es liegt eingebettet in Wiesen und Feldern,
die unmittelbar an den Hochwald des Choriner Forstes grenzen,
bekannt für seine sagenhaften Hochwildbestände.
Auch der Kranich findet dort
in Moor- und Waldseen – seine Brut- und Niststätte,
um dann Tag für Tag ins Nieder-Oder-Bruch herab zu fliegen
und seinen Tanz zu vollführen.
Eben dorthin öffnet sich der Blick vom Lieper Vorwerk nach Süden:
Auf den Pfingstberg und an dem vorbei ins Nieder-Oder-Bruch
und die Weiten des Urstromtals.

JUN.I Institut für Jagd, Umwelt und Naturschutz
& der Verein Lehrprinz e.V.

laden auf das Lieper Vorwerk zum

Jägersilvester 2010, am 27. März 2010 um 15.00 Uhr ein.

Veranstalter:
Institut für Jagd, Umwelt und Naturschutz, Neue Parsteiner Str. 3,
16248 Liepe
Lehrprinz e.V., Am Bahnhof 3, 16259 Falkenberg/Mark

Catering:
„Besser leben auf dem Lande“ Lieper Vorwerk e.V.,
Neue Parsteiner Str. 3, 16248 Liepe

www.lehrprinz.eu
www.jagdrechtsblog.com
www.jagdblog.blogspot.com

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Mrz 30 2009

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Mit festem Lehrrevier in Schorfheide und Nieder-Oder-Bruch

Abgelegt unter Jagd

Pünktlich zum Beginn des neuen Jagdjahres hat der Jagdverein Lehrprinz e.V. ein festes Lehrrevier gefunden.
Mit Flächen in die Schorfheide und das Nieder-Oder-Bruch reichend wird der Verein jetzt beginnend mit der Bockjagd im Mai Jungjägerseminare in der bewegungsaktiven Zeit des Wildes anbieten.

Schiffshebewerk
Foto Dr. W. Lipps: In Sichtweite: Das Schiffshebewerk in Niederfinow

Das Lehrrevier umfasst den gemeinschaftlichen Jagdbezirk des Dorfes 16248 Liepe. Es liegt auf der Grenze zwischen der Schorfheide und der Uckermark im Niederoderbruch. Das ist etwa 10 km südlich von Chorin, direkt an der Oder und am Oder-Havel-Schifffahrtskanal. Das Dorf und die Straße von Eberswalde nach Oderberg teilen das rund 881 ha große Revier in zwei unterschiedliche Jagdbögen, Liepe I und Liepe II……

Kolbenhirsche im Mai
Foto Dr. W. Lipps, Kolbenhirsche im Mai

Eine ausführliche Beschreibung des Reviers sowie Seminarankündigungen und Berichte sind und werden hier zu finden sein.

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Mrz 20 2009

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Der Jagdverein Lehrprinz (mit neuer Website)

Abgelegt unter Diary, Hunde, Jagd

Bereits seit längerer Zeit war hier der Jagdverein Lehrprinz verlinkt gewesen. Wir haben nun dessen Website überarbeitet. Überhaupt gibt es vom Lehrprinz e.V. viel Neues zu berichten, nachdem sich sein geographischer Schwerpunkt nach Brandenburg verlagert hat.

Der Lehrprinz setzt in seiner Arbeit dort an, wo Jagdverbände und Jagdschulen meinen, ihrer Pflicht genüge getan zu haben: Nach der Jungjägerausbildung und der Überreichung des Jägerprüfungszeugnisses.
Und eigentlich ist es allen Beteiligten bekannt: Für den Jagdschein und damit zusammenhängenden Prüfungen des grünen Abiturs - Schießprüfung, schriftliche und mündliche Prüfung - muss viel gelernt und gebüffelt werden. Der Jagdschein wird einem nicht geschenkt.
Und dennoch: Erst nach bestandener Jägerprüfung in allen drei Teilen, wenn es an die praktische Jagdausübung geht, fällt es - oder sollte es zumindest - dem Jungjäger wie Schuppen von den Augen, dass er verdammt viel gelernt hat, viel Nützliches aber vor allem viel Theoretisches.
Geschossen wurde bis zur Prüfung auf einem Schießstand - auf Scheibe, das Blech eines Kipphasen oder Tontauben - und häufig genug ausschließlich mit kleinen Kalibern, mit denen, wie auch gelehrt wurde, definitiv nicht auf heimisches Schalenwild, allem voran das Schwarzwild, geschossen werden darf.
Theoretisch ist die Biologie aller heimischer Wildarten incl. deren Fortpflanzungsbesonderheiten bekannt. Alle Wildkrankheiten und deren entscheidende Erkennungszeichen an den inneren Organen des aufgebrochenen Wildes wurden anhand von Bildern aufgezeigt. Maßgebliche Kenntnisse zu Naturschutz, Hundekunde, Waldbau wurden vermittelt - auf dem Papier. Möglicherweise wurde im Jägerlehrgang tatsächlich sogar auch ein Hochsitz gebaut, an einer Gesellschaftsjagd teilgenommen und der eine oder andere mag sogar die Möglichkeit erhalten haben, erlegtes Wild schon einmal aufgebrochen zu haben, ein Schwein abgeschwartet und zerwirkt zu haben.

Aber es bleibt, wie es ist: Mit der bestandenen Jägerprüfung haben viele Jungjäger viel Theoretisches erlernt, sind aber von den notwendigen Kenntnissen der praktischen Jagdausübung noch meilenweit entfernt.

Erst jetzt im Revier muss man erfahren, dass das Böckchen 100 m entfernt sein kann, es aber im Zweifel nicht ist. Wieviel Meter ist sein Standort vom Hochsitz im Wald oder auf dem Feld entfernt? Wir kennen von der Entfernungsschätzung nur den “Schusskanal” des Schießstandes.
Wie verhält sich eben dieses Böckchen nach dem Schuss. Die Schusszeichen kennen wir nur von Bildern. Wie unterscheiden wir den Überläufer von der führenden Bache, wenn wir die Frischlinge nicht sehen und kein Größenvergleich möglich ist. u.s.w.

In früheren Zeiten gab es das Institut des Lehrprinzen. Optimaler Weise begleitete der Jungjäger den praktischen Jagdbetrieb des Lehrprinzen schon in seiner Ausbildung vor den Prüfung. Theoretische und praktische Ausbildung gingen Hand in Hand, was man nur als Optimum bezeichnen kann.
In der Regel unproblematisch ist die praktische Einführung in den ausgeübten Jagdbetrieb auch dort, wo der Jungjäger im Verwandten- oder Bekanntenkreis im praktischen Jagdbetrieb mitgenommen wird.
Wird aber heute im zunehmenden Maße eine der mehr oder weniger bekannten Jagdschulen in Anspruch genommen und fehlt es an verwandschaftlichen oder bekanntschaftlichen Beziehungen, steht der Jungjäger mit dem “grünen Abitur” aber ohne jegliche Jagdpraxis dar.

Versucht der Jungjäger nun mit Hilfe eines Begehungscheines, den er häufig für teures Geld erwerben muss - die Anpachtung eines Reviers darf aus guten Gründen erst nach dem dritten Jahresjagdschein erfolgen - in die Jagdpraxis hereinzukommen, kann und wird die Enttäuschung im Zweifel bei allen Beteiligten groß sein: Beim Revierpächter, weil der Jungjäger mangels Anleitung vor Fehlern nicht gefeit ist, beim Jungjäger, weil es niemand gibt, der ihm die erste Einführung gibt und er sich über so manche Restriktion des Begehungsscheins mangels Erfahrung nicht im Klaren war.

Der Jagdverein Lehrprinz setzt dort an, wo Jagdschulen und Jagdverbände nach bestandenen Prüfung aufhören, versucht fehlende Kontakte aus dem familiären Umfeld zu ersetzen und den Jungjägern vor allem die Enttäuschung zu ersparen, die fast unumgänglich ist, wenn man ohne Anleitung einfach mal so in den praktischen Jagdbetrieb einsteigt.

In Seminaren in der bewegungsaktiven Zeit des Wildes können Jungjäger unter Anleitung und in Begleitung erfahrener Lehrprinzen ihre ersten Jagderfahrungen sammeln - ein Reh oder eine Sau sollten dann schon liegen - und damit das lernen, was man in der Theorie einfach nicht lernen kann.
Außerdem bietet der Lehrprinz e.V. Seminare für die Jagdhundausbildung an. Auch hierfür kann die Literatur dem Erstlingsführer nur theoretisch erste Ansätze vermitteln. Ein Eingehen auf die Besonderheiten des jeweiligen Hundes - als Lebewesen ist ein jeder Hund einzigartig - ist nur mit Hilfe eines erfahrenen Hundeführers möglich. Der Erstlingsführer ist deshalb weder doof noch unfähig oder unwillig. Im fehlt schlicht das Vergleichsmoment und die Sensibilisierung, um auf die Besonderheiten und Bedürfnisse seines Hundes einzugehen und das aus ihm zu machen, was wir wollen: Einen an seinen Besonderheiten gemessen optimalen Jagdhelfer.

Ich persönlich habe einen Jahreslehrgang bei einem DJV-Kreisverband gemacht und wir haben bestimmt einiges praktisch gemacht, was in einem “Manager-Lehrgang” bei einer Jagdschule rein zeitlich nicht möglich ist. Die praktische Jagderfahrung konnte aber auch dieser nicht mitgeben.
Offiziell hatte ich sogar einen Lehrprinzen, den ich aber nie persönlich kennenlernte. Nur sein Vater brachte uns das Schießen bei.
Für die Ausbildung meines Deutsch-Drahthaar-Rüden Ajax vom Teufelslauch habe ich zwar auch neben zahlreichen Büchern ein wenig Unterstützung durch den Züchter erfahren, aber die ganz speziellen Besonderheiten und die wichtigsten Kniffe sind mir nicht zugeflogen, sondern konnten erst dadurch erkannt bzw. vermittelt werden, dass sich ein erfahrener Hundeführer die Zeit für Ajax nahm.
Aus der eigenen Erfahrung heraus bin ich froh, dass der Lehrprinz e.V. eine Lücke schließt, an der auch meine jagdlichen Ambitionen zu scheitern drohten und freue mich umsomehr, dass es den Lehrprinz gibt, in dem sich auch Jungjäger engagieren können und sollen. Denn irgendwann sind es die ehemaligen Jungjäger, die den neuen Jungjägern die Erfahrung weiter vermitteln können, die uns den Weg in die waidgerechte Jagd eröffnet hat.

In den Endzügen der Suche nach einem Lehrrevier im Brandenburgischen hoffen wir nun pünktlich mit Beginn des Jagdjahres 2009/2010 mit der Bockjagd ab Anfang Mai eine Reihe spannender Seminare anbieten zu können, bei denen Jungjäger nicht nur die Erfahrung der Lehrprinzen vermittelt bekommen, sondern vor allem das möglich gemacht wird, wozu der Jagdschein gemacht wurde, Wild waidgerecht zu erlegen.

Ich werde auch hier regelmäßig auf Veranstaltungen des Lehrprinz hinweisen, Neuigkeiten erfährt man zudem im Jagdblog - dem etwas anderen Jagdtagebuch. Aber vor allem auf der Lehrprinz-Seite wird man alles Aktuelle über Seminare und andere Aktivitäten des Lehrprinz erfahren.

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Okt 12 2008

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Neue Seite: Die Sache mit der Jagd!

Das süße Bambi hat den Jäger zum Meuchelmördern abgestempelt. Trotzdem macht das Wirken der Menschen die Jagd als Naturschutz heute wichtiger denn je. Frauen sind von dieser Mitwirkung genauso wenig ausgeschlossen wie von allen anderen angeblichen Männerdomänen auch.

Eigentlich weiß es doch jeder: Unsere Vorfahren waren Jäger und Sammler!
Trotzdem trifft man immer wieder auf Leute, denen das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben steht, wenn man erzählt, man sei Jägerin.Ein Gutshaus in Westpolen
Ich bin immer erleichtert, wenn so jemand dann zu mir sagt, er würde es nie übers Herz bringen auf ein Tier zu schießen. Die meisten, die das sagen, sind immerhin für rationale Gedanken zur Notwendigkeit der Jagd offen und es reicht ihnen, dass sie nicht schießen müssen, dass sie nicht zusehen müssen, wie Bambi stirbt, und sie ihr Fleisch an der Theke im Supermarkt kaufen können.
Schwieriger ist es mit den fanatischen Jagdgegnern (z.B.hier oder hier und hier u.s.w.), da hier keine Vernunft hilft. Ich möchte sagen, Hopfen und Malz sind verloren. Sie ziehen aus der Tatsache, dass der Mensch in vielen Gebieten wilde Tiere verdrängt, Lebensraum verengt und damit Populationen ausgedünnt hat, die Konsequenz, man müsse für den Fortbestand der Artenvielfalt vollkommen auf die Jagd verzichten, ohne zu bedenken was dann passiert. Vergessen wird hierbei, dass die Weltbevölkerung weiter wächst, dass Menschen irgendetwas futtern wollen und Lebensraum für sich kultivieren. Dem stehen verschiedene Wildtiere, wie z.B. Wildschwein und Fuchs, gegenüber, die sich vom Mensch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und ihrerseits in die vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft eindringen. Andere Tiere bedrohen wiederum andere Tierarten. Spätestens, wenn das Wildschwein den Berliner Tiergarten einmal umgegraben hat und man dort an einem lauen Sommerabend nicht mehr grillen kann, würde nach den Berliner Stadtjägern gerufen. Und Tatsache ist es eben auch, dass viel mehr Tierarten nicht durch die Jagd, sondern durch die schlichte Existenz des Menschen und seine expansive Lebensart ausgerottet wurden. Der Mensch hat schlicht den Lebensraum vernichtet. Sie konnten nicht ausweichen.

Wenn heute gejagt wird, so jedenfalls in Deutschland und Europa in erster Linie, um die vom Menschen in Unordnung gebrachte Natur so halbwegs im Lot zu halten: Wildschwein vs. Mensch, Kormoran vs. Fisch, Reh vs. Waldbestände u.s.w..
Jagdschloss MoritzburgUnd natürlich sind in der Geschichte der Jagd Wildarten fast ausgerottet worden. Ja, man kann Jagd sogar aus sozialen Gründen verachten, weil über Jahrhunderte nur Adlige auf Hochwild jagen durften, während ihre Untertanen hungerten. Aber das ist Geschichte!
Und selbst wenn bis heute in der 2. und 3. Welt Regime ihre Devisenreserven durch abartige Abschusspraktiken erhöhen sollen. Ich habe noch keinen Jäger kennengelernt, der unbedingt eine Schneeleoparden-Trophäe bräuchte oder gar Spass daran hätte, wie der Sonnenkönig sich einen Löwen vor die Büchse treiben zu lassen.
In Deutschland sind stark gefährdete Wildarten ganzjährig geschont (”Ökologische Funktion”). Jagdpächter müssen für Wildarten, die nicht gefährdet aber auch nicht in rauhen Mengen vorhanden sind (z.B. Rotwild) Abschusspläne einreichen, die von der unteren Jagdbehörde zu genehmigen sind. Sinnvollerweise sind die Abschusspläne mit den Nachbarrevieren abgestimmt etc..
Allenfalls Wildschweine kann man als Freiwild bezeichnen, bei dem gilt so viel wie möglich. Aber auch hier gilt die Maßgabe: Führende Bachen sind geschont und der Rauschsynchronisation wegen muss die Leitbache in der Rotte bleiben. Es gibt sogar ausgeklügelte Bejagungssystem für Schwarzwild. Die bezwecken, dass Schwarzwild so bejagt wird, dass über die Altersstruktur die Vermehrung eingedämmt wird.
Es gilt also keineswegs bei der Jagd der Grundsatz auf alles ballern, was sich bewegt.

Heute ist die Jagd nichts anderes als gelebter Naturschutz. Nicht ohne Grund ist der Deutsche Jagdschutzverband anerkannter Naturschutzverband. Auch der Verein Lehrprinz hat sich dem Naturschutz verpflichtet. Es ist zwar richtig das Land vererbt wird und somit auch das Jagdrecht auf diesem Grund und Boden. Doch bringt das dem Erben rein gar nichts, wenn er keinen Jagdschein hat und das “grüne Abitur” wird keinem geschenkt. In einem vernünftigen Lehrgang, der nicht nur ein paar Wochen auf einem Schlösschen dauert, stehen Praxis und Theorie auf der Agenda. Es wird nicht nur der Umgang mit der Waffe geschult. Ansitzleiter bauenDer Jagdschein lässt sich nicht auf “tolle Waffen” und ein bisschen Wildtierkunde reduzieren. Nach einem Jahr sollte man eine ganze Menge über Naturschutz, Land- und Forstwirschaft, Jagdhunde und Tierkrankheiten wissen und natürlich das Jagdrecht nicht vergessen haben, sonst besteht man nicht.
Damit ist es dann noch lange nicht gegessen. Wer es ernst nimmt mit Jagd und Naturschutz, der weiß, dass er mit dem Jagdschein noch sehr wenig kann - und das ist ja schon viel - und nur viel Erfahrung und immerwährendes Hinzulernen Fehler verhindert.
Hier setzt z.B. der Lehrprinz e.V. an. Er bietet etwa Seminare an, bei denen Jungjänger unter der Obhut erfahrener Jäger Jagdgelegenheit - die muss man erstmal haben - erhalten und Erfahrung weitergegeben wird. Und irgendwann ist man dann soweit, dass man selber Erfahrung weitergeben kann und möglicherweise ein Revier gepachtet hat, in dem es kaum um etwas anderes gehen kann, als auf das Optimum zwischen Wildtierpopulationen und Kulturlandschaft bzw. Wald hinzuwirken. Und so mancher langjährige Jagdpächter kann ein Lied von dem Kampf mit dem Landwirt singen, einen Knick zu pflanzen, in dem Rebhuhn, Fasan oder Hase überhaupt erst wieder leben können.

Wer möchte hiernach noch fragen, warum ich den Jagdschein machen wollte? Einen ausgesprochen interessanten Aspekt eröffnete mir einmal eine Freundin und Vegetarierin, als sie zu meinem Jagdschein sagte: “Meine Güte, soviel Wissen muss man erstmal für so wenig Geld erhalten!” So kann man es auch sehen!

Und wer jetzt noch wissen will, wie man als Frau jagen kann? Warum denn nicht?
Natürlich gibt es absolut weniger Jägerinnen als Jäger und natürlich kann ich mit einer normalen Frauengröße von 1,70 m, mit der ich größer bin als einige Männer und nur wenig kleiner bin als viele Männer, keinen Keiler alleine durch die Gegend tragen. Aber wieviele Männer können das schon? Ein bisschen was abkönnen muss man allerdings schon! Schön ist es nicht aufzubrechen und zu zerwirken. Ich finde es aber weniger schlimm, ein Reh aufzubrechen als bei einer Operation zuzusehen.
Wildschwein zerwirken
Und was das Vorurteil anbelangt, Jäger seien raue Gesellen und das Schüsseltreiben sei ein einziges Saufgelage: Ich habe das noch nie erlebt! Mir gefällt die Aussage “Rauhe Schale, weicher Kern” besser! Möglicherweise benehmen sich Männer auch besser in weiblicher Gesellschaft und können vor allem durch Hilfsbereitschaft ihre körperliche Überlegenheit unter Beweis stellen. Manche Frauen sollen auch den Naturburschen “Jäger” fast so sehr schätzen wie den “Reitlehrer”.
Blanke Fehleinschätzung ist es jedoch anzunehmen, dass Gesellschaftsjagden immer nur in hübschesten Schlössern in der erlesensten Gesellschaft einer Vielzahl erfolgreicher Herrenmenschen stattfände. Das ist mitnichten so! Mit ernsthafter Jagd hat das häufig wenig zu tun. Es entspricht eher den Ambitionen, den zum Volkspark und Volkssport entwickelten Golfplatz zu ersetzen. Was lacoste schon die Welt?
Frau, die keinen Sekt oder Schampus erwartet, weil sie Bier oder Schnaps nicht mag - dann kann man wenigstens noch guten Gewissens Auto fahren -, die kein Zimperlieschen ist und ein bisschen was abkann, außerdem ein bisschen Interesse an der Natur hat, braucht bei den Jägern nicht entsetzt in Ohnmacht fallen!

Noch Fragen??

P.S. Es ließen sich eigentlich nahezu alle Schlüsselworte verlinken. Ich hoffe, erstmal reicht es so, wie es ist!

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